Kommunalpolitik verständlich erklärt – Infoabend im Dorftreff Badbergen

Am Donnerstag, den 23. April 2026, fand um 18 Uhr im Dorftreff der alten Volksschule in Badbergen eine Informationsveranstaltung zum Thema Kommunalpolitik und Kommunalwahl in der Samtgemeinde Artland statt. Ziel des Abends war es, politische Abläufe auf kommunaler Ebene transparenter zu machen und Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Mitwirkung zu ermutigen.

Referentinnen und Referenten des Abends waren Juliane Wigger, Wahlleiterin der Samtgemeinde Artland, sowie Stefan Fröhlich, stellvertretender Wahlleiter. Frau Wigger erläuterte zunächst die Grundlagen der Kommunalwahl: Welche Gremien gewählt werden (unter anderem Kreistag, Landrat, Samtgemeinderat, Samtgemeindebürgermeister und Gemeinderäte), wie das aktive und passive Wahlrecht geregelt ist und wie der Wahltag selbst abläuft. Auch Besonderheiten wie Briefwahl, mögliche Stichwahlen, die Stimmvergabe mit drei Stimmen (Kumulieren und Panaschieren) sowie die Sitzverteilung nach dem Hare‑Niemeyer‑Verfahren wurden anschaulich erklärt.

Im zweiten Teil des Abends stellte Herr Fröhlich dar, was nach der Wahl passiert: die Konstituierung der Räte, die Bildung von Fraktionen, Gruppen und Fachausschüssen sowie die Aufgabenverteilung zwischen Rat, Hauptausschuss und Bürgermeister. Zudem wurde erläutert, wie die Zusammenarbeit zwischen Samtgemeinde und Mitgliedsgemeinden funktioniert und welche Themen auf welcher Ebene entschieden werden.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Bürgerbeteiligung. Vorgestellt wurde das Ratsinformationssystem, über das sich jede und jeder online über öffentliche Sitzungen, Tagesordnungen, Vorlagen und Beschlüsse informieren kann. Darüber hinaus ging es um die Einwohnerfragestunde, den direkten Kontakt zu Ratsmitgliedern und die Möglichkeit, sich selbst als Wahlhelferin oder Wahlhelfer oder sogar als Kandidatin oder Kandidat einzubringen.

In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass es trotz der vorhandenen Transparenz durch Online‑Systeme häufig ein gefühlt geringes Informationsniveau und Interesse, insbesondere bei jüngeren Menschen, gibt. Als Lösungsansätze wurden eine bessere Öffentlichkeitsarbeit, mehr politische Bildung – auch in Schulen – und ein stärkerer persönlicher Austausch genannt. Auch ein lokales Thema kam zur Sprache: die Abweichung zwischen den Zensus‑Einwohnerzahlen und den Meldedaten der Gemeinde Badbergen, die Auswirkungen auf politische Strukturen haben kann.

Der Abend machte deutlich: Kommunalpolitik beginnt vor der eigenen Haustür – und lebt von Information, Beteiligung und Engagement. Der Dorftreff bot dafür einen offenen und konstruktiven Rahmen.

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